Tiere auf Tahiti und ihren Inseln

Wal mit einem TaucherDie Tierwelt Französisch Polynesiens ist durch die Isolierung mitten im Pazifik relativ artenarm und zugleich reich an Eigentümlichkeiten. Hauptsächlich aus dem indo-malaiischen Raum stammend, hat sie über Jahrtausende ihren Weg bis hierher gefunden - mit dem Wind, auf Treibholz oder im Gefieder der Zugvögel - und, sich der neuen Umwelt anpassend, neue, endemisch genannte, nirgendwo anders auf der Welt vorkommende Formen entwickelt.
Später haben die ersten Polynesier mit ihren Pirogen Hunde, Schweine, Hühner und kleine Ratten eingeführt; Ende 18. Jahrhundert haben die europäischen Seefahrer, Missionare und Siedler Nutztiere wie Pferde, Kühe, Ziegen, Schafe und Katzen gebracht, die auf manchen Inseln wieder verwildert sind.

Ausser den Eidechsen gibt es hier keine Reptilien; die 2 Skorpionarten sind harmlos, bloss der Biss des Skolopenders ist schmerzhaft, aber wenig gefährlich.

Die Flüsse bergen bis armlange, blauäugige, von Legenden umwobene Aale und "Chevrettes" genannte, leckere Schalentiere. 

Die 118 Inseln beherbergen 112 Vogelarten: Durchzügler, einheimische Seevögel, die zum Nisten die verlassenen Riffinselchen der Tuamotus vorziehen, Landvögel, die in den Tälern und Höhen zurückgezogen leben und die es in dieser Form oder Farbe sonst nirgendwo gibt: bunte Loris, Eisvögel, Grasmücken, Fruchttauben, von denen sozusagen jede Insel ihre eigene Art besitzt. Hier wird der Endemismus zur Attraktion für den Vogelkundler!

Im Gegensatz zur Landfauna ist die Unterwasserwelt aussergewöhnlich vielfältig. Über 800 tropische Fischarten tummeln sich in der Lagunen und im offenen Meer. Das Korallenriff spielt sowohl die Rolle des Ernährers für seine Bewohner als auch diejenige des Verteidigers für die schutzdürftigen Arten.



Muschel mit einer Perle bunter Fisch


Zu den bekanntesten Krustentieren gehören die Landkrabben „tupa“ und „kaveu“ aber auch ihre im Wasser lebenden Verwandten wie die Langusten, Bärenkrebse und Süsswassercrevetten, die begehrte Leckerbissen sind.

Tahiti und ihre Inseln besitzen eine seit 1977 von der UNESCO anerkannte, geschütze Biosphäre im Archipel der Tuamotu-Inseln, in der Gemeinde Fakarava. In der ganzen, 4 Millionen km2 umfassenden ausschliesslichen Wirtschaftszone Französisch-Polynesiens sind Wale und Delphine geschützt. Deshalb wurde das Territorium im Mai 2002 als „Zufluchtsort der Meeressäugetiere“ klassifiziert. Im August 2003 nahm Umweltminister ein Zertifikat und einen Pokal des World Wildlife Fund entgegen, eine internationale Anerkennung für das Engagement des Territoriums zugunsten von Walen im Pazifik. Die Beobachtung von Walen und anderen Meeressäugetieren ist seit 2002 reglementiert und unterliegt der Genehmigungspflicht durch das Umweltamt.




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