Kunst

Kunsthandwerk

Von der Geschicklichkeit und Kreativität der Handwerker kann man sich bei zahlreichen Ausstellungen überzeugen, die das ganze Jahr über auf vielen Inseln veranstaltet werden. Geschmackvolle Hüte, Taschen, Körbe und Matten belegen die Kunstfertigkeit der Flechterinnen. Besonders auf den Austral-Inseln beherrschen die Frauen diese Technik, für die sie pflanzliche Fasern des Pandanus-Baums, der Kokospalme und der Schilfart "Aeho" verwenden, meisterhaft. Die wunderschönen "Tifaifai", handgenähte Decken mit pflanzlichen oder ethnischen Motiven, zeugen von der Beobachtungsgabe der Polynesier und ihrer Liebe zur Natur.

Die Frauen entfalten bei der Realisierung dieses typischen Dekorelements ihres "Fare", d.h. des typischen polynesischen Hauses, Kreativität und echten Enthusiasmus. Die einmal im Jahr stattfindende Tifaifai-Ausstellung ist ein wahres Festival der Farben und Formen. Das bevorzugte Material der männlichen Kunsthandwerker ist Holz. Je nach individueller Inspiration schnitzen sie uralte grafische oder symbolische Motive in die einheimischen Edelhölzer "Tou" (eine Art Palisander) oder "Miro" (Rosenholz). Berühmt sind u.a. die Lanzen, Keulen oder "Umete" (große Obstteller), die auf den Marquesas hergestellt werden.

Darüber hinaus werden auch Vulkangesteine, Korallen und sogar Knochen zur Anfertigung von unzähligen dekorativen oder nützlichen Gegenständen wie z.B. des "Penu" (eine Art Stößel) verwendet. Schließlich feiert poliertes Perlmutt infolge der Wiederbelebung der Perlmuschelzucht ein "glanzvolles" Comeback. Seine faszinierende, in wechselnden Farbnuancen schillernde Schönheit macht es zu einem bevorzugten Zierelement für Tanzkostüme oder als Ausgangsmaterial für Schmuck.

Architektur

Die moderne Architektur mit ihren soliden Häusern und der Kolonialstil (große Verandas, Balustraden usw.) machten natürlich auch vor Tahiti und seinen Inseln nicht Halt. Trotzdem blieb die Eigenart der lokalen Architektur erhalten, die man im typisch tahitianischen Baustil der "Fare" findet. So baute man früher aus pflanzlichen Materialien Fare, die weitgehend nach außen offen waren. Die Wände auf Pflanzenbasis wurden auf Pfählen errichtet. Das Dach wurde mit Pandang oder geflochtenen Kokospalmen (Ni'au) gedeckt.

Wände aus Pflanzen sind heute natürlich eher die Ausnahme, doch Dächer aus Pandang und hölzernen Balken gibt es weiterhin sowohl bei Einfamilienhäusern als auch im Hotelbau, wo diese architektonische Besonderheit gerne eingesetzt wird.

Holz (Mahagoni, Yaka, Tamanu, Litschibaum, Kokospalme, Teak usw.) ist weiterhin stark in der Innendekoration präsent, ebenso wie viele natürliche Baustoffe: Bambus, Perlmutt, Muscheln, Kere (Rinde der Kokospalme), Steine usw. Die junge Generation versucht heute zunehmend, den Geist Polynesiens mit zeitgenössischen Trends zu vereinbaren.



Paul Gaugin

Hodges, Giraud, Le Moine, Matisse, Boullaire... zahlreiche Künstler malten oder skizzierten gekonnt Tahiti und ihre Inseln, doch niemand prägte die Malerei so nachdrücklich wie Paul Gauguin, dessen hundertster Todestag im Mai 2003 mit zahlreichen Ausstellungen und Vorträgen auf Tahiti und den Marquesas-Inseln begangen wurde. Bewundert wurde er zu Lebzeiten für den Farbenreichtum und den neuen Schwung seines Malstils zu einer Zeit, als Europa noch ganz im Zeichen des Impressionismus stand.

Gauguin hatte in Frankreich einige seiner Bilder versteigert, um seinen Südseetraum verwirklichen zu können. Zivilisationsmüde und unglücklich kam er im Jahr 1891 nach Polynesien, wo er sogleich einige unsterbliche Bilder malte. Doch leider war diese glückliche Zeit bald vorbei. Gauguin wurde krank und ihm ging langsam das Geld aus. Er musste nach Paris zurückkehren.

1895 gelang es ihm jedoch, für immer nach Französisch Polynesien zurückzukehren. Er ließ sich in Atuona auf den Marquesas nieder. Er malte, erlernte die Holzschnitzerei und schrieb seine Erlebnisse aus Tahiti in dem Buch Noa-Noa nieder. Um an Geld zu kommen arbeitete Gauguin als Schreiber im Katasteramt. Die Situation der Eingeborenen lag ihm am Herzen. Er setzte sich gegen ihre Ausbeutung durch die Weißen ein. Im Laufe dieses Kampfes gegen die Behörden wurde er zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Nach Gauguins Tod im Jahr 1903 entstand aus den Aufzeichungen, die während seiner Zeit auf den Marquesas entstanden waren, ein zweites Buch. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Atuona auf Hiva Oa. Dort findet man auch das "Maison du Jouir" - eine Rekonstruktion des Wohnhauses Gauguins sowie das 2003 eröffnete Paul Gauguin Kulturzentrum.

Auf Tahiti gibt es außerdem in Papeari ein Gauguin Museum, das von Gauguins Leben und Schaffen auf Tahiti und ihren Inseln berichtet. Das Museum besitzt einige Originale aus dem Randwerk des Künstlers (Skulpturen, Radierungen und Gouache Bilder).





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